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SPORT – Slow

Nach den wunderbaren Releases „Colors“ und „Bon Voyage“ sind SPORT aus Lyon mit ihrer LP „Slow“ seit Mai 2016 wieder im Emopunk-Indie-Plattenkosmos präsent. Für das Release von „Slow“ haben sich zehn Labels zusammen getan, unter anderem Pike Records, Adagio 830 und Dog Knights Productions.

Das Cover der „Slow“ ist eine Momentaufnahme, die vortrefflich zur Stimmung des Albums passt: Die in die Jahre gekommene Schiffsschaukel an ihrem höchsten Punkt lässt den nach Frühling duftenden Wind durch das Haar streifen und ebengleich fliegen verspielte Rhythmen auf einen zu.
Der erste Track „Deadfilm“ eröffnet die Platte mit leisem, zartem Geklimper und schwingt die Hörerin im Schlagzeuggalopp in Höhen einer kraftvollen und doch nicht überladenen Komposition nach  SPORTlicher Manier, wie ich sie kenne und schätze. Die ausgelassenen Songs mit ihrem hallenden Gesang und abwechslungsreichen Schlagzeug-Beats, bei denen man wirklich nicht die Füße stillhalten kann, spitzen sich mit einem Hauch Theatralik im Stück „Full House“ zu, das für mich ein Highlight des Albums ist („Can’t say I love you, you can’t either, can you?“). Gebrochen wird diese Stimmung durch das sich zurücknehmende Stück „Leaves“, sodass man sich für einen Moment während der wilden Schaukelei verschnaufend in den Sitz zurückfallen lassen kann, bevor es mit „Muscles“ sofort tänzerisch weiter geht. Das letzte Stück „..“ ist ein aus dem gesamten Album hervorstechender Song, der nicht minder groovig ist als die anderen, wenn auch auf einer ganz anderen – profunden – Art und Weise. Er manipuliert den heiteren Drive der Platte, ohne ihn zu entkoppeln und schafft eine Atmosphäre, die resümieren lässt und  durch den experimentelleren, postigen Sound ein erneutes „Chapeau“ aussprechen lässt. Dieses Ende hat mich ziemlich beeindruckt, ganz besonders die Entzückung am Schlagzeug (darauf sollte bei einem Durchlauf besonders geachtet werden).
Nach diesen Worten ist die logische Empfehlung und Konsequenz, ein Ticket für SPORT‘s Fahrgeschäft „Slow“ zu erwerben und sich von ihrer Leichtigkeit mitreißen zu lassen.

Es lohnt sich außerdem sehr in das neue Projekt Monplaisir des Gitarristen Flo reinzuhören, welche man als eine Mixtur aus Postrock, Noise und Indie umschreiben kann.

Favourite Song: Word95

Mixtape Matches: 1994! – A+ brain & Snowing – Sam Rudich

Lyricly loved: “Checking in every night, for some gibberish conversations, there’s a voice in his eyes, and some confused explanations, soaking wet to the bone, he’s a cure, for my lack of inspiration, he catches those words that don’t really make sense.” (Word95)

Perfect Setting: Ist für den Wind, der die Haare umweht keine Schiffsschaukel zur Hand, tut es auch eine schnelle Fahrt auf dem Rad.

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Labels: Adagio 830, Guerilla Asso, Pike Records, Inhumano Discos, La Agonia de Vivir, DTTH, Dog Knights Productions, No Routine, Hardcore For The Losers, La Tête d’Ampoule

Erscheinungsjahr: 2016

Bandcamp: https://sport.bandcamp.com

Facebook: https://www.facebook.com/sportlyon

 

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