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Local Natives at Bi Nuu/Berlin, 17.11.2016

Die Indie-Band Local Natives aus Kalifornien ist derzeit mit ihrer neuen Platte „Sunlit Youth“ auf Tour, nachdem sie 2009 die Alben „Gorilla Manor“ und 2013 „Hummingbird“ veröffentlichten.

Das Konzert im Berliner Bi Nuu begann mit dem neuen Stück Past Lives, gefolgt vom Opener der „Gorilla Manor“ Wide Eyes. Von Beginn an verkörperten sie Passion für ihr Spiel und gaben mir durch ihr Auftreten das Gefühl, nicht nur die Songs nach einer langen Tour runterzuspielen, sondern ihre Musik auch einfach selbst abzufeiern. Dieser Eindruck – durch ihre nennenswerten Ansagen verstärkt – vertiefte sich in der zweiten Hälfte der Show. Zu Ansagen habe ich prinzipiell ein zwiespältiges Verhältnis: Lässt es der Stil einer Band zu, begrüße ich es sehr, wenn ein Set ohne Pausen gespielt wird. Wenn gequatscht wird, dann gern ernsthaft oder ernsthaft lustig. Local Natives erzeugten die bei mir nicht selbstverständliche Sichtweise, durch ihre Ansagen noch sympathischer zu werden. Sie sind politisch aktiver als ich dachte: So supporten sie das feministische NGO-Netzwerk Women Against Violence Europe, indem ein Teil der Ticket- und Merch-Erlöse an dieses fließt.

“Are you afraid to call yourself a feminist? All the losers complaining, ‘I don’t have time for this’.”

Natürlich wurde auch der Wahlkampf in den Staaten thematisiert und mit dem empfehlenswerten neuen Song Fountain of Youth akzentuiert.

„And if we don’t care, then who cares?“

Gerade im besagten zweiten Teil der Show war ich mit der Songauswahl und deren liebevoller Interpretation überglücklich, sodass ich nicht umhinkam, das Konzert lächelnd und zufrieden kopfnickend zu genießen. Colombia, in dem Kelcey Ayer (Vocals, Percussions, E-Gitarre, Keyboard) den Tod seiner Mutter zum Thema macht, wurde anfangs in einer sehr ruhigen, bedachten Fassung nur mit Gitarre und Keyboard vorgetragen. Im Laufe des Songs stiegen alle weiteren Musiker ein, womit sich die Stimmung auf ein sehr intensiv-melancholisches Level steigerte. Ein besonderes Highlight war Who knows who cares: Ein Song, der mich seit einigen Jahren begleitet. Spannend macht ihn für mich vor allem der Einsatz von zusätzlichen Percussions, der den poppigen, streicher-untersetzten Sound mit allerhand „Woohooo’s“ dynamischer macht.
Nach etwa 1½ Stunden versiegte das musikalische Feuerwerk. Zwei Zugaben, Mother Emanuel und Sun Hands, wurden gespielt, wobei letzterer als laute, atmosphärische Wand einen fulminanten Abschluss bot.

Das Set war ausgewogen von sowohl alten, als auch neuen Songs durchzogen. So freuten sich Liebhaber der aktuellen Platte als auch Menschen, die an den älteren Liedern hängen – so wie ich. Bislang habe ich erst wenige Male die „Sunlit Youth“ durchgehört, jedoch motivierte der Abend mit Local Natives dazu, dies weitaus öfter zu tun.

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Web: thelocalnatives.com
Soundcloud: soundcloud.com/local-natives
Facebook: facebook.com/localnatives
Instagram: instagram.com/localnatives

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