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Ein Jahr.

Es folgt eine Jahresrückschau in Form eines subjektiven musikalischen Fazits. Für mich gilt es, nicht nur Platten zu würdigen, die 2016 released wurden, sondern vielmehr solche, die mich persönlich begleitet haben. Es war ein Jahr der wieder entdeckten Leidenschaft zu Musik, welche viel Energie und denkwürdige Momente hervorgerufen hat. Jede Ebene dieses stürmischen Jahres hat ihren eigenen Soundtrack. Ein verkürzter Ausschnitt an Alben, die diesem innewohnen, sei hier präsentiert. Natürlich ist empfohlen, so manchem Song Gehör zu schenken. Eine Playlist an Songs für einen kleinen Eindruck gibt es hier oder am Ende der Seite.

LIRR – Ritual

Die 2016 beim bezaubernden Label Through Love Records erschienene EP „Ritual“ ist für mich eine der einprägsamsten Neuentdeckungen gewesen. LIRR gelingt ein ausgewogener Spagat zwischen zweifelsvollem Screamo, lieblichen Emo-Parts und atmosphärischen Passagen. Jedes Instrument für sich betrachtet, wird auf kontinuierlich interessante Weise gespielt und fügt sich zu zwanzig Minuten des puren Glücks zusammen. Das Live-Erlebnis bei einer kleinen Matinee in Halle war nicht minder umwerfend und rundete wohlig die letzten warmen Herbsttage ab.

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…WHO CALLS SO LOUD – s/t

Natürlich ist die 2008 erschienene Doppel-10“ von …Who Calls So Loud zweifelsohne ein Screamo-Klassiker. Ich habe sie einige Jahre kaum gehört, bis ich vor einigen Monaten darüber gestolpert bin und fragte mich erschüttert, wieso ich diese Platte so vernachlässigen konnte. In ihrer brachialen Düsternis und Bitterkeit verliert sie nichts an emotionaler Tiefe. Ebenso macht das Spiel zwischen Rhytmen- und Lautstärkenwechsel sowie der fesselnden Schlagzeugstil diese Platte für mich durchweg großartig und zu einer der besten ihres Genres.

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RVIVR – The Beauty Between

Diese Platte; diese sympathische Band entzückt mich bei jedem Hören aufs Neue. RVIVR‘s „The Beauty Between“  – 2013 in Europa bei Yo-Yo Records erschienen – zeichnet ein heiterer, poppunkiger Sound mit klugen, persönlichen Texten aus, welche von Erica Freas und Mattie Jo Canino in unerbittlicher Intensität besungen werden. RVIVR vermitteln bei ihren Konzerten, wie in diesem Jahr in Braunschweig oder beim Fluff Fest, eine so wohltuende Energie, sodass es für mich keine andere Option gibt, als strahlend umherzutänzeln.

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DAUGHTER – Not To Disappear

„Not To Disappear“ von Daughter begleitete mich vor allem durch schwierige Kapitel des Jahres. Im Vergleich zu älteren Stücken hört und fühlt sich dieses Album mit einem noch höheren Maß an Schwermut und Kummer behaftet an. Daughter experimentieren mehr, sie bauen Electronica-Momente ein, ohne dass der oder die Rezipient*in, den Zugang verliert. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich Daughter einmal live zu Gemüte führen. Gerade die Umsetzung des Songs „Fossa“ hat mich durch eine recht postrockige Interpretation stark beeindruckt.

WESTKUST – Last Forever

Die Shoegaze/Postpunk-Band Westkust aus Schweden veröffentlichten 2015 ihre LP „Last Forever“ bei Run for Cover Records. Trotz des per se düster-shoegazigen Einschlags verkörpert die Platte durch glatten Gesang und erbauliche Riffs eine Leichtigkeit, die mich durch den Frühling begleiten sollte.

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VIVA BELGRADO – Ulises

Die spanische Screamo-Band Viva Belgrado legt mit „Ulises“ eine Platte vor, die mit zerreißender Atmosphäre ins Mark geht. Interessant für mich macht sie die Komposition aus verzweifeltem Geschrei und Spoken Word Vocals, teilweise tanzbaren Parts und postigen Soundbergen. Die Show im Berliner Tiefgrund war eine einnehmende und bewegende, gerade nachdem sie sich ganz spontan an ein musikalisch sehr ernüchterndes Turnover Konzert anschloss.

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Moose Blood – I‘ll Keep You In Mind, From Time to Time

In diesem Jahr bin ich auf die Emo Revival/Indie-Band Moose Blood gestoßen, in einer Zeit, in der altbewährte Emo-Bands der 90er wieder Einzug in meine Hörgewohnheiten hielten. Moose Blood zeugen eine Hommage an ebensolcher Bands, doch übertragen sie Altbewährtes ins Jetzt mit einer Spur eingängigem, britischem Pop („Bored with nothing to do, but lay around listening to Deja Entendu.“). Ganz erwartungsgemäß dreht es sich textlich um Herzensangelegenheit – cheesy aber lyrisch wunderschön.

I‘m Glad It‘s You – June

I‘m Glad It‘s You ist eine Emo/Poppunk-Band, die mich mit ihrem sehnsuchtsvoll-optimistischem Sound einnahm. Die Demo-EP „June“ wurde 2016 bei Backpack Records als Vinyl veröffentlicht. Gerade die imperfekten Aufnahmen der Vocals steigern meines Erachtens die Ausdrucksstärke dieser EP. Besonders ans Herz gewachsen ist mir diese Platte auch einfach, da sie Grundlage für den ersten Beitrag auf casualdiscussions.de war.

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Oathbreaker – Rheia

Die neue Platte von Oathbreaker wurde unheimlich gehyped – wie ich finde, auch nicht zu Unrecht.  Finster ist sie. Bedrückend. Fragil. „Rheia“ ist ein extrem kontrastreiches Album, verliert dadurch aber nicht die Anmutung eines profunden Konzepts. Eine Ausgewogenheit zwischen Blackmetal- und zarten, sehr leisen Passagen entsteht per excellence. Oathbreaker gingen leider eine lange Zeit an mir vorbei, bis sie beim Fluff Fest zu einem Höhepunkt dessen wurden.

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Ein Einblick.

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